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Urlaub auf dem Floß (Mecklenburger Seenplatte)

Lange wußten wir nicht, wo wir den Sommerurlaub 2017 verbringen sollten. Ich hatte irgendwie keine Idee und Eingebung. Wir ließen die Ferien einfach auf uns zukommen und so spontan und offen wie ich bin, ist noch gerade rechtzeitig ein Satz von Arndts Nichte bei einem Besuch in Freiburg hängen geblieben. Wir waren schon beim Verabschieden, da hat Arndt noch gefragt, wo sie denn dieses Jahr ihren Sommerurlaub verbringen. Da sagte die Nichte, sie fahren zur Mecklenburger Seenplatte auf ein Floß. Da wurde eine Flamme in mir entzündet. Eine lang befreundete Familie von uns, hatte dort auch schon vor Jahren einen Urlaub verbracht, wo unsere Jungs noch zu klein dazu waren. Da war auf einmal soviel Resonanz da, dass ich zu Arndt sagte, lass uns doch diese Ferien auch auf einem Floß unseren Sommerurlaub verbringen.

Mecklenburger Seenplatte, Foto von Franka Labas

In den nächsten Tagen durchsuchte mein Liebster im Internet die Anbieter der Floßvermietung. Da wir schon in einer Woche losfahren wollten, wie gesagt, wir hatten ja wirklich bis zum letzten Moment nichts geplant gehabt, war es ein Glück, dass wir überhaupt noch ein Floß für unsere Wunschzeit bekamen. Ich war soooo glücklich und froh, dass es geklappt hat und davon total überzeugt, dass es genau der perfekte Sommerurlaub für dieses Jahr war. Die Jungs waren nicht mehr zu klein für sowas mit 4 und 2 Jahren.

Arndt buchte sofort noch einen Zug von Freiburg bis Mirow an der Mecklenburgischen Seenplatte mit nur 2x umsteigen in Berlin und Neustrelitz in Brandenburg. Was sich richtig bequem anfühlte für diese fast 12 Stunden Fahrt mit Zelt, Schlafsäcken, Isomatten und was dazu gehört.

Vater voll bepackt am Berliner Hauptbahnhof beim Umstieg mit 2 Kindern und Kinderwagen, Foto von Franka labas

Was für ein Zufall, wir fuhren an einem 13. los. Es war der 13. August 2017. Denn seit wir unsere Jungs haben, ist 13. unsere Glückszahl geworden. Weil beide an einem 13. geboren sind und wir auch die Hausnummer 13 haben! Dieser Urlaub konnte nur für uns eine glückliche Zeit werden, wenn er am 13. anfing.

2 Jahre alter Junge mit Rucksack vorne am Bahnsteig _Foto_von_Franka_Labas

Aber doch hat er mit einem kleinen Stolperstein angefangen. Denn genau 1 Tag vorher gab es einen Tunneleinbruch bei Rastatt (Karlsruhe) auf der Nord-Süd Strecke. Es gab Schienenersatzverkehr und von unserem nur 2x Umsteigen, wurde gleich mal 5 x und dazu auch noch auf einen Buss umsteigen mit all dem Gepäck. Und da alles gerade auch erst ganz frisch war, kamen zu wenig Busse für den gesamten ICE in Baden-Baden und wir warteten bestimmt fast 1 Stunde auf unseren Schienenersatzverkehr.

Warten auf dem Bahnsteig in Rastatt mit Kindern und Gepäck sitzend auf dem Boden_Foto_von_Franka_Labas

Aber auch diese lange Tour durch ganz Deutschland führte irgendwann mal zum Ziel.

2 Jungs feuen sich am Bahnsteig_Foto_von_Franka_Labas

Und hier jubeln Gabriel und Gregor schon, denn wir warten am Ende des Tages nur noch auf den letzten Zug, der uns von Neustrelitz nach Mirow in Brandenburg fährt.

_Foto_von_Franka_Labas

Die über 12 Stundenfahrt hat sich aber total ausgezahlt, denn am Ende, dürfen die Jungs sogar am Fahrerpult des Privatzuges nach Mirow ganz vorne sitzen und direkt die Schienen vor uns beobachten. Da es schon Dämmerungszeit ist, sehen wir auch ganz viele Rehe über die Gleise springen. Ein ganz besonderes Erlebniss hier in Brandenburg.

_Foto_von_Franka_Labas

Von der Endstation in Mirow mussten wir dann noch ca. 20min. mit dem Taxi  fahren, welches uns direkt zu unserem Campingplatz mitten in der Pampa der Mecklenburger Seenplatte im Wald absetzte. Wir nutzten noch die letzte Dämmerungshelligkeit um unser kleines Zelt für uns 4 aufzubauen, bevor es ganz dunkel wurde und weit und breit ja kein Licht war. Glücklich unser Ziel erreicht zu haben, sind wir in unseren Schlafsäcken voller Neugier auf den nächsten Morgen eingeschlafen, wo wir denn eigentlich gelandet sind.

Campingplatz_C24_Bibertours_Mecklenburger_Seenplatte_Foto_von_Franka_Labas

Und hier wachten wir morgens auf, die ersten Sonnenstrahlen kamen trotz des Waldes schon durch. Ein wunderschöner Campingplatz mitten im Wald, weit weg von der Zivilisation! Herrlich!

Mecklenburger_Seenplatte_Campingplatz_C24_Bibertours_Foto_von_Franka_Labas

Und das war der Blick auf die andere Seite, also vom Campingplatz auf den See. Traumhaft! Genau die richtige Umgebung um sich im Urlaub wohlzufühlen. Ich war so glücklich, hier gelandet zu sein! Es war der Campingplatz C24 Bibertours am Labussee.

Picknick mit Kindern auf der Decke im Wald Foto von Franka Labas

Und so sah unser erster Morgen aus. Hier im Wald haben wir uns ein gemütliches Plätzchen gesucht, wo die Sonnenstrahlen durchkamen und haben unser mitgebrachtes Proviant gegessen.

2 Jahre alter Junge umarmt Baum im Wald Foto von Franka Labas

Gregor hat sich bei den vielen Bäumen gleich einen Lieblingsbaum ausgesucht, den er umarmt:-)

Floss auf der Mecklenburger Seenplatte bei Mirow Foto von franka labas

Hier schwimmt schon unser nächstes Zuhause für die kommenden 4 Tage! Ab Mittag mieten wir unser reserviertes Floß und leihen uns dazu noch Campinggeschirr aus, dass es da Gott sei Dank auch zu mieten gibt, da wir das nicht auch noch im Rucksack mit dem Zug mitschleppen konnten.

Wir sind alle sooo gespannt, wie unser neues Zuhause auf dem Wasser für uns sein wird. Noch nie hat jemand von uns so etwas ausprobiert. 4 Tage und 4 Nächte nur auf dem Wasser!

Ihr seid jetzt bestimmt neugierig, wie denn so ein Floß von innen aussieht, wo man schläft und kocht und den Tag verbringt.

jungs im Floss zu sehen _foto_von_Franka_labas

Schnell habe ich noch ein paar Fotos gemacht, wo es leer und aufgeräumt war, bevor es dann von unseren Sachen eingenommen wurde. Hier sieht man schön die Betten, wo wir alle 4 genug Platz zum Schlafen hatten. Und in der Mitte eine kleine Ablage, wo ein Campingkocher steht, sowie eine Kühlbox, denn Kühlschrank war da keiner vorhanden.

Floss von innen mit 2 kleinen Jungs auf der Mecklenburger Seenplatte zum Mieten _foto_von_Franka_labas

ein mann lenkt das Floss, foto von außen _foto_von_Franka_labas

Zur Übergabe gehörte noch eine kleine Probefahrt. Denn Arndt hatte noch nie im Leben so ein Floß gesteuert. Wir hatten keine Ahnung, wie das alles funktioniert. Aber dank dieser kurzen Einweisung mit einmal auf den See rausfahren, drehen und wieder zurück, hat Arndt das Notwendigste erfahren.

Eltern mit zwei kleinen Jungs kucken beim Floss aus dem Fenster raus _foto_von_Franka_labas

Nun noch ein Familienfoto, bevor wir mit unserem kleinen mobilen Zuhause in die See stechen. Wir haben 20l Benzin im Kanister mitbekommen, damit sollten wir für die nächsten 4 Tage auskommen, ansonsten müssten wir nochmal irgendwo tanken gehen.

2 kleine Jungs 2 und 4 steuern das Floss auf dem Wasser mit Schwimmwestern an _foto_von_Franka_labas

So, und das Abenteuer kann losgehen! Die Kinder sind gut ausgerüstet mit Schwimmwesten und schon steuern sie voller Freude das Floß auf dem großen Labussee. Da kann man so schnell nirgendwo anstoßen!

Mann am Steuer vom Floss auf der Mecklenburger Seenplatte mit zwei Jungs dahinter_foto_von_Franka_labas

Doch sicher ist sicher, Arndt übernimmt nun das „Ruder“ und wir fahren drauf los, mal schauen, wohin. Unser erstes Ziel ist die nächste Stadt Mirow, damit wir da einkaufen gehen können um für die 4 Tage genug Vorrat zu haben. Denn ohne Auto konnten wir keinen Vorrat mitbringen.

Blick auf einen Kanal auf der Mecklenburger Seenplatte_foto_von_Franka_labas

Wir fahren mal auf einem großen See, dann wieder durch einen Kanal um wieder zum nächsten See zu gelangen. Es ist wunderschön und vor allem etwas ganz Neues für uns 4. Damit ihr euch ein wenig etwas von der Größe der Mecklenburger Seenplatte vorstellen könnt, habe ich mal im Wikipedia nachschaut. Sie ist eine Jungmoränenlandschaft und hat eine Länge von ca. 240km und ein breite von ca. 30km im Nordosten von Deutschland und grenzt an die Bundesländer Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Sie besteht aus über tausenden Seen, die durch Kanäle verbunden sind. Nicht alle sind für Motorboote zugelassen. So kann man als Kanufahrer auch mal abgeschiedene Seen passieren, wo einem nicht die großen Boote in die Quere kommen.

Einfahrt in die Schleuse Canow in Mecklenburg-Vorpommern zu sehen_foto_von_Franka_labas

Hier steuern wir schon unserem 1. Abenteuer entgegen. Was ist denn das? Eine Schleuse für Schiffe!

2 kleine Jungs laufen entlang der Schleuse am Rand oben mit Schwimmwesten _foto_von_Franka_labas

Die Jungs und ich sind ausgestiegen und laufen neben der Schleuse dem Papa mit dem Floß entgegen um von Außen zu beobachten, was hier eigentlich geschieht.

Mann befestigt das Floss in der Schleuse_foto_von_Franka_labas

Bevor das Wasser abgelassen wird, befestigt Arndt ganz leicht das Floß an der Seite. Nicht zu fest, damit es mit dem Absinken des Wassers natürlich mitsinken kann.

Floss in der Schleuse Canow beim Absinken_foto_von_Franka_labas

Hier sieht man schon deutlich den Unterschied, wie tief das Floß gesunken ist und das in ganz kurzer Zeit!

Schleuse Canow Mecklenburg Vorpommern, Jungs am Schleusentor _foto_von_Franka_labas

Die Jungs sind auch fasziniert von dieser Technik, vor allem was hier passiert. Das haben sie noch nie gesehen und schon gar nicht selber erlebt. Hier steht sogar noch ein Scheusenwärter, der die Schleuse bedient. In den nächsten Tagen haben wir noch einige Schleusen passiert und dabei waren sogar einige, die komplett automatisch abliefen, da war dann kein Wärter, niemand. Die Passanten selber haben auf einen Knopf gedrückt, sobald die Schleuse mit Schiffen voll war und dann ging alles von alleine. Wahsinn, die Technik heute! Da haben sogar wir mit Arndt gestaunt! Und wollten es erstmal gar nicht glauben, dass es da keinen Menschen gab, der die Schleuse betreute oder aufpasste. Aber es hat immer alles gut geklappt.

Schleusentore öffnen sich_foto_von_Franka_labas

Und hier ein Detailbild wie sich die Schleusentore öffnen. Nun sind wir wieder mit der Wasserebene auf gleicher Höhe und können rausfahren.

Kanal auf der Mecklenburger Seenplatte_foto_von_Franka_labas

Unsere Fahrt geht weiter in Richtung Mirow zum Einkaufen. Wir begegnen immer wieder auch anderen Flößen und vor allem aber auch ganz vielen Kanufahrern!

im Floss am See bei Mirow, Mutter mit Kind _foto_von_Franka_labas

Und man kann schon im Hintergrund Mirow erkennen. Es gibt sogar eine Wasserseitenstraße extra zum Parken von Booten und Schiffen! So was ist auch ganz neu für uns, wir kennen ja nur die Parkplätze für Autos. Zum Glück finden wir gerade noch ein Lücke. Wir lassen alle Sachen an Bord und hoffen, sie wieder vorzufinden, wenn wir vom Einkaufen zurück sind. Denn Abschließen kann man das Floß nicht wirklich. Wir haben einfach alle Planen zu gemacht und unsere Wertsachen mitgenommen. Und haben uns zu Fuß auf den Weg gemacht. Wir haben für 4 Tage soviel eingekauft, dass wir nicht mehr wußten, wie wir es überhaupt zum Floß tragen schaffen. Arndt hatte seinen kompletten riesen Rucksack voll und ich konnte nicht mehr so schwer tragen, da ich zu der Zeit schon im 4. Monat schwanger war. Sogar der Kinderwagen war schon voll. Wir mussten ja auch genug Wasser zum Trinken für uns alle für die ganzen Tage transportieren. Da kam ich auf die Idee einfach Autostop zu machen bzw. Leute am Einkaufsparkplatz zu fragen, die in unsere Richtung fuhren. Arndt war das nicht so geheuer, also entfernte er sich erstmal von mir. Erst als ich nette Leute gefunden hatte, für die es kein Problem war uns den 1km zum Floß zu fahren, winkte ich Arndt zu mir. Wir beluden das Auto und die Jungs und ich setzten uns zu der Familie mit schon 2 Kindern rein. Arndt lief mit dem Kinderwagen die 15min. zum Floß zurück und kaum zu glauben, bis wir ausgestiegen waren und alles entluden, war Arndt auch schon bei uns.

Wir haben uns vielmals bei der lieben Familie bedankt und nun konnten wir mit genug Proviant für die nächsten 4 Tage unserem Abenteuer auf dem Wasser entgegenfahren.

Familie auf dem Floss in der Mecklenburger Seenplatte

Da es langsam Abend wurde, haben wir uns eine ruhige Bucht gesucht, wo wir über Nacht stehen bleiben konnten und den Anker geworfen.

2 Jungs am Floss beim Abendessen mit Müslischüsseln_foto_von_Franka_labas

Wir haben uns etwas Leckeres zum Abendessen gemacht. Die Kinder wollten abends meistens Milchreis oder Müsli.

Daemmerung auf der Mecklenburger Seenplatte_foto_von_Franka_labas

Sobald es finster wurde, wollten wir auch mit dem Abendritual fertig sein. Um morgens, wenn die Sonne aufging wieder fit zu sein, um einen neuen Abenteuertag anzufangen. Es war für uns ein richtig voller Tag gewesen. Heute noch sind wir im Zelt auf einem uns unbekannten Campingplatz aufgewacht und nun gehen wir auf einem Floß mitten im Wasser, irgendwo in der Natur schlafen und hoffen, dass wir morgens unbeschadet wieder hier aufwachen.

 

Mann beim Frühstücken in der herrlichen Morgensonne am Floss auf der Mecklenburger Seenplatte_foto_von_Franka_labas

Ein herrlicher Morgen mit Sonnenschein und klarer Sicht begrüßt uns. Es ist zwar noch sehr kalt draußen, aber in der Sonne trotzdem schön zum Sitzen und so genießen wir das herrliche Frühstück auf dem Wasser. Weit und breit keine Menschenseele. Wir scheinen die einzigen hier in dieser Bucht zu sein. Das Wasser ist noch ganz ruhig. Ein paar Enten schwimmen an uns vorbei.

Es ist gar nicht einfach so einzukaufen, dass mit möglichst wenig Kühlsachen der Provinat trotzdem für 4 Tage reicht. Und nicht nur aus Dosenessen besteht. Und das im Hochsommer. Denn die Kühltasche funktionierte nur, wenn auch der Motor des Bootes an war. Also ließen wir diese Variante fallen, denn wie oft war der Motor einfach nicht an, da wir nicht ständig in Bewegung waren.

Kind malt im Floss bei Sonnenschein _foto_von_Franka_labas

Solange es draußen außerhalb der Plane kalt war, hat sich Gabriel eine schöne Morgenbeschäftigung im Floß drinnen auf dem Bett gefunden. Die Sonne schien wunderschön rein und so wurde es drinnen gemütlich, wo er malte.

Pfahlbauten auf der Mecklenburger Seenplatte_foto_von_Franka_labas

Währenddessen schipperten wir quer über die Gewässer von der unglaublich großen Mecklenburgischen Seenplatte! Es gab ständig neue Sachen zu entdecken, wie z.B. die Pfahlbauten am Ufer. Da dachte ich mir, hier wäre es auch schön mal Urlaub zu machen, in so einer Ferienwohnung direkt am Wasser.

Mann steuert Floss und schaut seitwärts raus, Mecklenburgische Seenplatte, Foto von Franka Labas

Das Floß hatte nicht viel PS und war ziemlich langsam unterwegs. Aber das machte die Fahrt auch gemütlich. Es war ja schließlich Urlaub und wir hatten keine Termine, wo wir uns hinbeeilen mussten. Arndt genoss es das Floß zu steuern. Um überhaupt zu sehen, wo wir hinfuhren, musst er oft einfach seitlich aus dem „Fenster“ schauen. Besonders wenn es in einen engen Kanal ging, damit auf der Seite genug Abstand zum Ufer blieb. Es war dann oft richtig genauestes Steuern angesagt. Ich war nur froh, dass ich das nicht machen musste. Das hätte ich bestimmt nicht geschafft. Arni machte das mit Leichtigkeit.

Enger Kanal auf der Mecklenburger Seenplatte _foto_von_Franka_labas

Doch nur auf dem Wasser zu schippern den ganzen Tag, wäre dann doch zu langweilig. Wir machten natürlich auch Pausen und gingen ans Ufer um die schöne Landschaft rundherum zu genießen.

Kleines Kind mit Vater ruhen sich auf der Picknickdecke aus, Foto von Franka Labas

Hier machen wir eine Picknickpause. Gregor und Arndt genießen es einfach auf der Decke zu liegen.

Kind sitzt im Sand am Ufer eines Gewässers auf der Mecklenburgischen Seenplatte, Foto von Franka Labas

Während Gabriel auf dem Sand sitzt und aufs Wasser schaut. Er findet hier sehr schnell eine Freundin, mit der er dann im Sand spielt. Wir sind in einer schönen Badebucht und gehen natürlich auch schwimmen. Das kostet uns zwar einige Überwindung – mich am meisten – denn das Wasser ist eiskalt! Aber ich will unbedingt mal baden gehen, wenn wir schon so nahe am Wasser sind.

Daheim, wenn es heiß ist, sehne ich mich so nach einer Bademöglichkeit und hier habe ich sie direkt vor mir und muss mich überwinden rein zu gehen, da es soooo kalt ist! Ist das nicht unfair! Aber so sieht wohl der Sommer im Norden Deutschlands aus.

2 kleine Jungs am Sandstrand auf der Mecklenburgischen Seenplatte

Die Jungs lieben den Sand, hier können sie sich austoben.

Junge auf dem Floss auf der Mecklenburgischen Seenplatte, Foto von Franka Labas

Zum Abend geht es wieder auf unser geliebtes Floß , was in der Zwischenzeit wirklich zu unserem neuen Zuhause geweorden ist. Wir haben uns sehr schnell dran gewöhnt.

in einer Schüssel abwaschen, auf dem Floss, Mama und Sohn, Franka Labas

Tja, und so wäscht man Geschirr auf einem Floß ab, wenn man keine Küche hat. Das Wasser wird direkt vom See genommen und auch wieder in den See gekippt. Natürlich alles ohne Spülmittel. Man glaubt es kaum, aber auch so wird das Geschirr sauber.

 

2 kleine Jungs malen auf der Terrasse des Flosses, Franka Labas

Wieder ein wunderschöner Morgen auf dem See und die Jungs malen auf der „Terrasse“ unseres Floßes.

Schleuse Mecklenburger Seenplatte Franka Labas

Jeden Tag passieren wir auf unserer Strecke über die fließenden Gewässer Schleusen. Diesmal sind wir die ersten in der Schleuse und können die Tore direkt vor unseren Augen beobachten.

Kind ganz vorne in der Schleuse schaut hoch, Foto_von_Franka_Labas

Das Wasser steigt in der Schleuse und Gregor schaut hoch zu uns, die wir daneben stehen. Immer wieder ein faszinierendes Ereigniss, wie schnell das Wasser entweder steigt oder sinkt!

Direkt in der Schleuse an Bord des Flosses Mann mit Kind, Franka Labas

Wie man sieht ist es hier eng und ich bin immer wieder so froh, dass Arndt das alles so gut hingekriegt hat, das Floß zu steuern und zu halten in den engen Schleusen.

im Fischerrestaurant am Ufer von Yachten

Wir machen auch mal einen Ausflug zum Fischerwirten, wo wir direkt am Ufer einen frischen Fisch essen und die Jungs bekommen auch mal ein Eis. Und was für ein Zufall, hier treffen wir eine Ehepaar, welches uns vor Tagen schon mal in der Schleuse begegnet ist.

2 kleine Jungs turnen auf der Rutsche _Foto_von_Franka_Labas

2 kleine Klettermäuse auf einer Rutsche. Schön, dass es überall Spielplätze gibt. Das nützen die Jungs immer wieder gerne aus.

kleiner Junge im Sandkasten mit Floss im Hintergrund auf der Mecklenburger Seenplatte _Foto_von_Franka_Labas

Auch wenn man Tage nur im Wasser auf dem Floß verbringt, gibt es doch genug Abwechslung und immer wieder etwas Neues für die Jungs zu entdecken.

Warten_auf_die_Schleuse_am_Floss_auf_der_mecklenburger_seenplatte_Foto_von_Franka_Labas

Leider, leider gehen unsere 4 Tage auf dem Floß langsam dem Ende zu. Es kam uns viel länger vor als nur 4 Tage und bevor wieder zu unserem Campingplatz am Labussee fahren, müssen wir noch 2 Schleusen passieren. Gut, dass wir genug Zeit einkalkuliert haben, denn hier warten wir fast 2 Stunden um diese letzte Schleuse zu passieren. Unglaublich aber wahr, da stehen die Schiffe, Boote, Floße und Yachten mehrere km lang in der Schlange. Leider passen in diese Schleuse nur ca. 4-6 Boote rein. Aber hier sind auch einige schöne Gespräche entstanden. Wieder ein schöner Zufall, hinter uns stand ein Ehepaar, welches aus dem Nachbarort kam, wo mein Mann bei Berlin aufgewachsen ist! Wie klein doch die Welt ist!

Kanal auf der Mecklenburger Seenplatte_Foto_von_Franka_Labas

am Ufer des Campingplatzes C24 Bibertours _Foto_von_Franka_Labas

Wir sind nun tatsächlich wieder an Land und haben unser geliebtes Floß, welches in nur 4 Tagen unser Zuhause geworden ist und welches wir total ins Herz geschlossen haben, wieder abgegeben. Da hinten steht es noch und wird nun für die nächsten Gäste vorbereitet.

Die Kinder sind aber immer im Hier und Jetzt und somit schon wieder mit neuen „Spielsachen“ auf dem Ufer unseres Campingplatzes beschäftigt ohne auch nur dem Floß nachzutrauern.

2 Familien unterm Holzdach am Campingplatz beim Essen

Am Campingplatz entstehen Bekanntschaften ganz schnell. Da es total regnet, suchen wir uns so wie eine andere Familie Unterschlupf, um unsere Nudeln zu kochen und im Trockenen zu essen. So „kuscheln“ wir uns an einen Tisch und kommen ins Gespräch. Rund um uns und hinter unserem Rücken regnet es wie in Strömen, während wir unter dem kleinen Dach nur über dem Tisch und der Bank Schutz vor den Regentropfen suchen. Wir bleiben fast den ganzen Nachmittag hier sitzen und verabreden, dass ich die liebe Familie mit 3 Kindern vom Bauernhof in der Uckermark mit meinen Jungs für ein paar Tage besuchen werde, sobald unser Urlaub mit Arndt hier zu Ende geht und er wieder zurück nach Freiburg arbeiten geht.
Diesen Besuch setzten wir dann tatsächlich auch um und ihr könnt ihn im anderen Blog „Eine Mama, 2 Kinder, 3 Wochen, 4 Länder“ mit Fotos anschauen.

Tisch mit Überdachung am Campingplatz Bibertours Mecklenburger Seenplatte _Foto_von_Franka_Labas

Das war unser Unterschlupf für alle kommenden Regenmomente und wo wir unser zusammen gegessen haben.

Familie mit 2 Jungs im Kanu auf der Mecklenbuger Seenplatte

Am nächsten Tag begleiten wir die liebe Bauernhofsfamilie aus der Uckermark mit einem Kanu zu ihrem Abholplatz, wo sie von der Mama bzw. Frau  mit dem Auto abgeholt werden. Das wird noch ein Abenteuer werden, denn wir sind noch nie Kanu gefahren und haben keinerlei Erfahrungen.

Es hat nicht lange gedauert, da hat uns Andreas mit seinen 3 Kindern längst überholt und wir wären Meilen von einander entfernt geblieben, wenn er nicht zu uns zurück gerudert wäre um uns quasi abzuschleppen. Obwohl wir zwei Erwachsene waren, aber komplett ohne Erfahrung, hatten wir keine Chance die Geschwindigkeit von Andreas der alleine gerudert ist, einzuhalten. Andreas hat dann vorgeschlagen, dass die Kinder die Kanus gegenseitig halten und so sind wir zusammen weiter gerudert. Denn es ist nicht nur die Kraft entscheidend, sondern das Lenken war wesentlich schwieriger und anstatt geradeaus, sind wir zick zack mit dem Kanu gefahren und dass hat uns natürlich Zeit gekostet. Aber mit Andreas Idee sich an ihm festzuhalten, ging dann alles ganz ohne Probleme und schön geradeaus.

Kind am Kanu eingeschlafen Kopf fällt zur Seite raus

Und was sehen wir hier? Gregor ist beim Kanufahren einfach eingeschlafen und kippt total zur Seite.

kleiner_junge_schlafend_im_kanu_Foto_von_Franka_Labas

Während wir unser Ziel erreicht haben, wo Andreas mit den Kindern von seiner Frau mit dem Auto abgeholt werden, schläft Gregor gemütlich in dem Kanu weiter. Da beneide ich nur Gregor, wie der einfach überall und unter jeder Bedingung schlafen kann! Ich wünschte, ich könnte das auch!

kleiner Junge mit Paddel in der Hand und Kopftuch_Foto_von_Franka_Labas

Hier ist Gregor wieder wach und steht mit seinem Paddel zum Start bereit. Wir haben uns mittlerweile von Andreas und seiner Familie verabschiedet und verabreden uns, ihn in ein paar Tagen in der Uckermark auf seinem Bauernhof zu besuchen. Die Kinder freuen sich schon auf das Wiedersehen!

 

Doch unsere Heimreise per Kanu zum Campingplatz wurde noch ein richtiges Abenteuer. Wir hatten ja jetzt nicht mehr Andreas, der uns mitgezogen hat, sondern waren komplett auf uns alleine gestellt. Als wir aus einem Kanal auf den großen See rausfahren wollten, da war so eine starke Gegenströmung und starker Wind, dass wir es einfach nicht schafften dagegen zu paddeln. Wir waren nach einer guten Viertelstunde oder so völlig entkräftet und entmutigt. Weit und breit war keiner, der uns gesehen hat, geschweige denn helfen können. Arndt hatte schon gemeint, wir werden wohl diese Nacht im Kanu verbringen müssen. Gabriel hat schon geweint vor Angst bis er irgendwann auch eingeschlafen ist. Doch wir haben weiter gekämpft gegen die Strömung. Haben dann auch die Plätze getauscht, dass Arndt hinten lenkte und ich vorne einfach nur ruderte. Doch immer wieder drehten wir uns und kamen wieder zurück in den Kanal oder ins Schilff. Das war Adrenalin pur! Aber irgendwie haben wir es wie durch ein Wunder doch noch geschafft und sind an diesem Abend tatsächlich zu unserem Campingplatz zurück gepaddelt.

Familie mit Kind auf dem Arm steht vorm kleinen blauen Zelt am Zeltplatz

Was waren wir erleichtert, wieder bei unserem Zelt zu sein und die Nacht doch hier zu verbringen anstatt im Kanu!

So wie wir angezogen sind, kann man gar nicht erkennen, dass es eigentlich August und Hochsommer ist. Vom Hochsommer war keine Spur hier im Norden zu sehen. Die Nächte waren eiskalt, oft nur 8°C und die Tage waren nicht besser mit ca. 16-18°C und immer wieder Regen. Also so habe ich mir nicht unseren Sommerurlaub am Campingplatz vorgestellt, mit fast ständigem Frieren, denn mit dem Zug konnten wir nicht so viele Sachen mitnehmen und hatten nun nicht wirklich genug warme Klamotten dabei.

Waschbaeren haben unser Essen durchwuehlt und Sachen zerrissen _Foto_von_Franka_Labas

Nanu, was ist denn das, was wir hier frühmorgens bei unseren Sachen sehen? Wer war denn das, der hier unsere Essenssachen durchwühlt hat und sogar unseren Waschlappen angeknabbert hat? Leute sagen uns, dass es wohl ein Waschbär gewesen ist, der vom Wald nachts am Campingplatz Futter sucht. Wahnsinn! Mit unseren Haferflocken hat er sogar eine Spur bis in den Wald hinein gestreut. Und den restlichen Salat fanden wir auch mitten im Wald liegen. Schon unglaublich, nicht nur für die Kinder, sondern auch für uns Erwachsene! Und das obwohl die Sachen in Tüten im Kinderwagen verpackt waren.

Papa mit kleinem Sohn im Kanu

Ja, ihr seht richtig, trotz des Abenteuers am Vortag, wo wir uns kaum vom Fleck wegbewegen konnten, probieren wir heute einen Kajak aus. Natürlich fahren Arndt und Gregor nicht so weit weg, einfach nur in der Nähe des Ufers um es einfach auszuprobieren.

Frau im Kajak am Wasser

Natürlich möchte ich das auch probieren! Aber es ist gar nicht so einfach alleine zu paddeln.

Kind im Kinder Krokodilskajak

Und auch Gabriel möchte probieren und traut sich allein im Krokodilskajak ein paar Meter zu paddeln.

2 Jungs in Regenklamotten am Waldweg _Foto_von_Franka_Labas

Mit diesem Bild endet auch unser wunderschöner Campingurlaub am Bibertours Campingplatz C24 in der Mecklenburger Seenplatte. Gregor und Gabriel halten sich an der Hand und wir laufen vor, wo uns das Taxi zum nächsten kleinen Bahnhof fährt.

Und mit diesem Bild fängt mein anderer Blog an, wo ich ab nun alleine mit beiden Kindern 3 Wochen lang durch 4 Länder reisen werde.

Am Bahnsteig in Neustrelitz, Familie mit Kinderwagen vollgepackt und 2 Kindern

Arndt begleitet uns noch mit dem Zug bis in die Uckermark, wo uns dann Andreas vom Bauernhof, den wir vor ein paar Tagen am Campingplatz kennen gelernt hatten, abholt. Es wird aber noch eine Odyssee, bis wir in der Uckermark ankommen, da es mit dem Zug von Mirow keine Querverbindung nach Prenzlau gibt. Und obwohl wir nur ein paar km entfernt sind, müssen wir mit dem Zug bis zur Ostsee nach Stralsund fahren und dann wieder runter in die Uckermark, da sind wir fast den ganzen Tag unterwegs. Aber manchmal muss man eben auch sowas in Kauf nehmen, wenn man ohne Auto unterwegs ist.

Aber unser Urlaub auf dem Floß und mit Zelten in der Mecklenburgischen Seenplatte wird trotz kalten und nassen Wetters unvergessen bleiben. Es war ein einmaliges Erlebnis für uns alle! Und wir waren da bestimmt nicht zum letzten Mal! Ich kann es jeden nur empfehlen! Viel Spaß dabei!

Eure Franka mit Arndt, Gabriel, Gregor und Baby im Bauch