Gabriel für 3 Wochen in einem slowakischen Kiga

Im schönen goldenen Oktober 2017 war ich 3 Wochen lang alleine und ohne Kinder auf Mutterkur im Allgäu. Das habt ihr bestimmt schon meinen You-Tube Videos entnommen.

Während ich ohne meine Kinder 3 Wochen entspannen konnte, mussten diese ja auch versorgt werden. Gregor der kleinere mit fast 3 Jahren war bei meinem Mann Arndt daheim geblieben und 3x in der Woche in seiner Waldspielgruppe in Freiburg gewesen, wo er schon seit einem Jahr hingeht.

Gabriel, der Ältere, fast 5 Jahre, durfte zu meiner Schwester Miriam, die gerade in der Slowakei lebt und dort in einem Waldorfkindergarten ein paar Monate Freiwilligen Dienst leistet.

 

Portrait von Gabriel Labas 5 Jahre

 

Hier ein Abschiedsfoto vom Tag bzw. 1 Stunde vor meiner Abreise ins Allgäu mit dem Zug, wo ich Gabriel und Gregor zum Waldkindergarten gebracht habe.

Franka Labas am Bhf Freiburg, Abfahrt zur Mutterkur

Und während ich schon meine Mutterkur in Wertach im Allgäu genoss, fuhr mein Mann Arndt mit dem ICE am nächsten Tag mit den beiden Jungs zu meinem Papa.

Mein Papa war gerade beruflich in Waldkraibrug bei München unterwegs, und konnte so Gabriel schon dort in Empfang nehmen. Und Arndt hat sich die lange Reise bis in die Slowakei zu meiner Schwester ersparen können. Denn das hat dann in den nächsten Tagen mein Papa gemacht.

Wie ihr sehen könnt, war es gar nicht so einfach Gabriel zu meiner Schwester über 1300 km bis in die Slowakei zu bringen. Aber mit vereinten Kräften der Familie und auf Etappen war es für Gabriel sogar eine schöne ettapenvolle Reise, wo er jeden Tag ein Stück vorwärts kam. Mein Papa wohnt in Österreich, Baden bei Wien, und so konnte die Seele mit dem Körper sich langsam dem Ziel nähern ohne dabei überrumpelt zu werden. Was ja bei unseren Hochgeschwindigkeitsreisen unserer Zeit mit Flugzeug und schnellen Verkehrsmitteln Gang und Gebe ist.

Gregor fuhr mit meinem Mann Arndt wieder am nächsten Tag nach Freiburg zurück, wo sie die nächsten Wochen zusammen verbrachten.

Und nun begann für Gabriel mit 4 Jahren und 11 Monaten eine neue Etappe in seinem Leben: 3 Wochen ohne Mama und Papa zum 1. Mal und dazu noch in der Slowakei! Da ich ursprünglich Slowakin bin und ich erst mit 6 Jahren mit meinen Eltern nach Österreich emigriert bin, ist slowakisch meine Muttersprache. Damit meine Kindern auch noch einen Bezug zu ihren Wurzeln bekommen und sich in meinem Heimatland nicht fremd fühlen sollen, rede ich mit beiden Jungs natürlich slowakisch zu Hause. Es ist ja schlicht und einfach auch meine Herzenssprache. Sie sind vom 1. Tag der Geburt daran gewöhnt, dass Mama slowakisch und Papa deutsch, besser gesagt berliner Deutsch sprechen. Doch da die ganze Umgebung in Freiburg natürlich deutsch spricht und auch zu Hause Arndt und ich deutsch reden, dominiert diese Sprache total. Somit kommunizieren Gabriel und Gregor deutsch und das sogar mit mir. Doch ich bleibe meiner Muttersprache treu und spreche mit ihnen slowakisch, auch wenn sie mir deutsch antworten. Dadurch, dass ich dabei geblieben bin, verstehen sie natürlich auch alles, was ich sage.

Somit dachte ich es wird kein Problem sein, wenn Gabriel nun in der Slowakei 3 Wochen in einen slowakischen Kindergarten gehen wird. Und ich freute mich sehr, dass er nun sogar „gezwungen“ sein wird, mal auch slowakisch zu sprechen und die Sprache aktiviert wird.

miriam und gabriel labas

Hier der erste Empfang von meiner Schwester Miri, die Gabriel sofort in ihre Arme schloss. Gabriel ist ihr erster Neffe und hat ab dem ersten Tag auf dieser Welt Miriams Herz erobert. Sie hat ihn mit 5 Tagen als erste aus der ganzen Familie gesehen.

Miriam, ist zwar schon in Österreich geboren, aber wir haben ja die gleichen Eltern :-), somit ist sie auch Slowakin, die nun ihren Wurzeln nachging und sich deshalb vor 3 Jahren entschied in die Slowakei zu ziehen, um das Leben dort kennen zu lernen. Die slowakische Mentalität hat sie ja schon! Und so ist sie dort eine von ihnen, die einfach nur gut deutsch spricht und man nicht auf den ersten Blick merkt, dass sie nicht in der Slowakei aufgewachsen ist.

Zur Zeit macht sie ein EVS (=freiwilligen) Jahr in einem kleinen Ökodorf in der Mittelslowakei: Zajezova. Dort arbeitet sie freiwillig in einem Waldorfkindergarten als Erzieherin.

Foto von Miri vorm KIGA

 

Slowakische Hügellandschaft in Zajezova Mittelslowakie, Foto von Miriam Labas

Um euch vorstellen zu können, wo das kleine Ökodorf Zajezova liegt. Es ist ziemlich zentral in der Mitte der Slowakei gelegen. Die nächste große Stadt ist Zvolen.

Kind und Tante

Hier im Hintergrund sieht man das Haus in Zajezova, wo Miriam mit Gabriel wohnen.

Ausblick auf das Ökodorf Zajezova in der Slowakei, Foto von Miriam Labas

Das ist der Ausblick aus dem Küchenfenster von Miriam. Damit ihr euch ein wenig vorstellen könnt, wo Gabriel 3 Wochen verbracht hat.

Ich war soooo neugierig, wie die ersten Tage von Gabriel bei meiner Schwester waren, aber vor allem, wie der erste Tag im slowakischen Kindergarten war.

goldener Herbstbaum mit Holzspielplatz

 

Nach einer endlos für mich scheinenden Zeit, hat sich Miri bei mir endlich mit einer Sprachnachricht über WhatsApp gemeldet.

Gabriel ist am 1. Kindergartentag von alleine morgens ganz früh aufgewacht und konnte es kaum erwarten mit ihr in den Kiga zu gehen. Er war voller Freude und Enthusiasmus. Ging auf die Kinder zu und redete auf sie deutsch ein. Doch dann kam der große Schock, es gab keine Rückmeldung auf deutsch, denn dort sprach kein Kind deutsch, sondern nur slowakisch. Keiner der Kinder verstand ihn, was er da erzählte. Und plötzlich verstummte Gabriel…..für die nächsten Tage. Er zog sich zurück und beobachtete erstmal.

 

Aber bald schon kamen Meldungen von meiner Schwester, er sagt schon ein paar Wörter auf slowakisch und versucht zu kommunizieren auch wenn noch oft mit Händen und Füßen, aber schon sehr bald hat er sich im Kindergartenalltag gut eingelebt und ist wieder ein fröhliches Kind wie daheim geworden.

Miri erzählte mir, dass der dann daheim, nachmittags redet er ganz viel beim Spielen wieder auf deutsch! Da muss wohl der ganze gespeicherte Redefluss wieder raus….

Hier in der Slowakei wurde Gabriel auch gleich auf Gabinko umgetauft! Das ist eine Verniedlichung von seinem Namen. Auf slowakisch werden besonders die Kinder nie mit dem richtigen Taufnamen genannt, sondern immer verniedlicht und verkleinert. Zu Hause nenne ich ihn ja auch schon Gabinko oder sogar Bobo, als einfacher Kosename, den ich ihn noch gab, als er noch ein Baby war, wo Gabriel zu hart für mich klang.

 

Miriam und Gabriel spielend in bunten Herbstblättern

Hier auf dem Weg vom Kindergarten nach Hause.

4 jähriges Kind bewundert weiße Ziegen hinterm Zaun, Foto von Franka Labas

Und da gibt es einiges zu bewundern bis man nach Hause kommt. Hier die Ziegen der Nachbarn.

 

daheim malen gabriel und miriam

Zu Hause ist es kuschelig und gemütlich. Miri und Gabinko malen schöne Bilder. Nicht nur für Miri ist es ein schöner Ausgleich nach einem 7 Stunden Tag im Kindergarten, wo alle Kinder immer etwas wollen.

 

Gabriel liegt auf dem Holzboden und lacht, Foto von Miriam Labas

Gabinko genießt die Zeit mit Miri daheim. Ohne auch nur einmal in 3 Wochen zu erwähnen, dass ihm Mama oder Papa fehlen würde.

schoen hergerichteter Gemuesteller foto von Miriam Labas

Und hier gibt es leckeres, aber vor allem gesundes Abendessen. Miri schafft es Gemüse so schön herzurichten, dass es sogar der 4 jährige Gabinko mit Appetit isst.

Auberginen Gemueseteller Karotten_Tomate foto von Miriam Labas

Oder hier ein fantastischer Gemüseteller, sieht echt lecker aus! Da staune ich selber bei den Fotos, dass Gabinko sowas gegessen hat! Unglaublich! Zu Hause hätte er das bestimmt nicht?! Oder muss ich mir einfach nur ein Vorbild von meiner Schwester nehmen und die Teller wunderschön anrichten?

Obstteller wunderschön hergerichtet mit Orangen und Grapefruit, Foto von Miriam Labas

Also da kann man nicht sagen, dass sich meine Schwester nicht genug um gesunde und vitaminreiche Ernährung gesorgt hat! Und vor allem toll, dass Gabinko, das alles gegessen hat! Vielen Dank Miri an dieser Stelle für deine Fürsorge!

 

Kind schaut im Halbdunkeln eine brennende Kerze an, wunderschönes Portrait von Miriam Labas

Miris und Gabinkos Schlafensgehenritual: alle Lichter sind schon aus, nur noch eine Kerze brennt und dabei wird eine Geschichte erzählt, und noch ein Dank für diesen Tag gesprochen. Dann darf Gabinko selber die Kerze auspusten. Das liebt er.

4 jähriges Kind spielt auf der Wiese mit einem Hund

An einem Nachmittag wird ein Ausflug zum Bauernhof gemacht um frische Milch zu holen. Dabei begleitet sie der Dorfhund. Gabinko ist erstaunt, dass er den ganzen Weg mit denen mitgeht und sie wieder heim begleitet.

4 Jahre altes Kind mit Tante auf einem schwarzen Pferd in der Natur, Foto Miriam Labas

Sogar reiten gibt es als Program! Gabinko sitzt tatsächlich das erste Mal auf einem Pferd. Als ich nach meiner Kur die Fotos gesehen habe und erfahren habe, was meine liebe Schwester alles mit meinem lieben Gabinko erlebt hat, bin ich echt paff und begeistert!

Frau striegelt ein schwarzes Pferd, Miriam Labas

Hier meine Schwester beim Pferde striegeln zu sehen.

4 jähriges Kind beim Holzhacken draußen im Garten

Und was sehen wir hier? Frühmorgens noch im Pyjama, schnell ein Pulli drüber und Gummistiefel angezogen, um im Garten Holz zu hacken, denn sonst wird es nicht warm im Zimmer. Miri wohnt in einem alten Haus hier in dem kleinen Dorf weit entfernt von Großstädten, wo noch mit Holz geheizt wird. Und wenn man es zum Frühstück bereits warm haben will, dann muss man natürlich gleich nach dem Aufstehen einheizen.

 

Mädchen beim Holzhacken frühmorgens im Garten, Miriam Labas

Meine Schwester muss hier noch ein wenig nachhelfen, damit es genug Holz für den Ofen gibt. Hier ist die Welt noch manchmal wie vor 100 Jahren. Und es hat auch was Besonderes an sich, so einen Lebensstil mal in unserer modernen Welt zu probieren und am eigenen Leib mal zu erleben, um dann noch dankbarer z.B. für die Zentralheizung zu sein, wo man einfach nur mit dem Knopf drehen muss.

Kind beim Holz einheizen im Keller, wie früher, Foto von Miriam Labas

Und nach dem Holzhacken wird im Keller wie früher Holz in den Ofen geschoben, damit es dann auch schön warm wird in der Wohnung oben.

Kind findet eine tote Maus im Garten, Foto von Miriam Labas

Und was ist das? Tatsächlich! Eine kleine tote Maus! Die haben Gabinko und Miri beim Holzhacken frühmorgens im Garten entdeckt, noch bevor sie eine Katze gefressen hat. Auch das ist für Gabinko eine neue Entdeckung. Bei uns in Freiburg findet man nicht einfach so mal tote Mäuse.

Händeabdrücke vom 4 jährigen, blau angemalte Hände, Foto von Miriam Labas

Und es wird auch mal richtig Quatsch gemacht. Was Mama zu Hause nie machen würde, darf man bei der Tante Miri mal probieren. Und Gabniko macht es so richtig Spaß! Das hat er mir voller Freude dann berichtet, dass er mit Miri so einen Quatsch gemacht hat.

viele Kinderhändeabdrücke auf Papier in allen möglichen Farben, Foto von Miriam Labas

Wow, das ist ja eine tolle Collage! Die wird dann auf die Zimmertür gehängt!

4 jähriges Kind beim Bogenschießen draußen, Foto von Miriam Labas

Bogenschießen! Wahnsinn, was Gabriel alles in den 3 Wochen bei meiner Schwester in der Slowakei probieren kann und an neuen Sachen entdecken und erfahren kann! Ich freue mich so sehr mit ihm!

glückliches Kind mit Begleitung am Holzspielplatz, Miriam Labas

Eine richtig schöne und glückliche Zeit, die die zwei zusammen in dem kleinen Dorf in der Pampa der Mittelslowakei verbracht haben. Und so habe nicht nur ich eine Auszeit in meiner Mutterkur im Allgäu gehabt, sondern Gabinko auch von seinem Alltag, und hat eine wunderschöne Zeit mit seiner Tante verbracht. Die wird er bestimmt nicht so schnell vergessen.

glueckliches Kind draußen foto von Miriam Labas

der goldene Herbst, 4 jähriges Kind unter den goldenen Blättern im Herbst in der Sonne, Foto von Miriam Labas

Gabinko wäre am liebsten noch länger geblieben, er hatte gar keine Sehnsucht nach dem Zuhause, den Eltern oder Freiburg. Auch seinen Bruder Gregor hat er nicht vermisst. Miriam hat er erzählt, er ist so glücklich mal ohne seinen kleinen Bruder zu sein, ohne dass ihn jemand seine gebauten Sachen zerstört oder sich beim Spielen einmischt. So war es für alle eine erholsame Zeit.

Mama mit Kind und Babybauch, Foto Franka Labas

Ein Wiedersehen mit meinem Gabinko nach über 3 Wochen in Zajezova. Er schmiegt sich an meinen Babybauch. Auch wenn er mich nicht vermisst hat, so freut er sich glaube ich doch, mich wieder zu sehen. Und ich bin nach meiner Kur auch wieder erholt und voller Geduld für meine Kinder da. Vor allem voller Stolz, wie toll er die lange Zeit ohne Mama spielerisch geschafft hat! Noch nie war er 3 Wochen von Mama und Papa weg! Aber mit fast 5 Jahren kann man das schon gut schaffen wie wir gesehen haben, vor allem, wenn man bei seiner Tante so gut aufgehoben war. Die auch noch Erzieherin im Kindergarten war und somit immer dabei war.

 

Miriam und Franka Labas, 2 Schwestern in der Natur

Ein Wiedersehen der zwei Schwestern. Es ist trotz November ein wundeschöner Sonnentag. Und wir freuen uns zu sehen. Ich bin aus dem Allgäu 2 Tage lang mit dem Zug zu Miri und Gabinko in die Mittelslowakei gereist.

Kind mit Vater und Ziege auf der Weide in der Slowakei, Foto von Franka Labas

Auch Arndt und Gregor kommen über 1000km in die Slowakei nach Zajezova mit dem Zug angereist, damit wir uns alle vier hier wieder treffen und zusammen die weite Reise nach Freiburg bewältigen, denn ich bin ja schon Anfang 7. Monat schwanger und es wäre für mich schwer alleine mit Gabriel und all dem Gepäck so eine weite Reise zu machen.

2 kleine Kinder spielen mit einem kleinen Kaetzchen, Foto von Franka Labas

Und nun endlich sehen sich auch die zwei Brüder Gabriel und Gregor nach über 3 Wochen wieder. Gabinko zeigt Gregor wie er sogar ein kleines Nachbarskätzchen halten kann.

Und meine große Neugier ist natürlich, ob Gabinko auch etwas Slowakisch gelernt hat! Miri berichtet mir voller Stolz, dass er ein paar Reime und Lieder schon auf slowakisch selber aufsagen bzw. singen kann und auch schon sehr viele Worte auf slowakisch benutzt hat.

am Bahnsteig in Zvolen, in der Slowakei, die ganze Familie Labas

Wieder als Familie vereint, stehen wir am Bahnhof in Zvolen und warten auf unseren Zug, der uns in die Hauptstadt Bratislava bringt. Wir übernachten noch 1 Nacht bei meinen Eltern in Baden, denn diese weite Reise über 1000km schafft man per Zug nicht an einem Tag. In zwei Tagen sind wir wieder alle 4 zusammen in Freiburg, wo der Alltag auf uns wartet. Aber es wird ein anderer Alltag sein, denn ich bin gut erholt und wieder mit mehr Freude und Kraft, sowie Geduld bei meinen zwei süßen Jungs.

Hier noch ein kleines Video dazu:

2 Kommentare
  1. Jana Gronke says:

    Super tolles Erlebnis fürs Kind, für die Entwicklung der Sprache sowieso ein Gewinn und sehr schön geschrieben!!!! Weiter so!

Kommentare sind deaktiviert.